Rückblick auf zwei Vorträge in Brugg und Windisch
An zwei Nachmittagen konnten Interessierte in den katholischen Kirchenzentren Brugg und Windisch an einem Präventionsanlass der Kantonspolizei Aargau teilnehmen. Organisiert wurden diese Anlässe durch Anna Di Paolo, Pfarreiseelsorgerin mit Auftrag in der Seniorenpastoral im Pastoralraum Region Brugg-Windisch.
«Es ist mir ein grosses Anliegen, dass Sie alle heute selbstbewusst und gut informiert nach Hause gehen und wissen, dass Sie nein sagen dürfen!», so eröffnete Anna Di Paolo die beiden Anlässe. Wachmeister Andrea Abderhalden gestaltete die Vorträge sehr interessant mit vielen Fallbeispielen aus dem Kanton Aargau.
Frau Abderhalden sprach von «Phänomenen», die im Zusammenhang mit Betrug und Diebstahl häufig auftauchen. So zum Beispiel beim «Anlagebetrug». Die Schadenssumme hier ist enorm und leider ist das Geld immer verloren. Die Polizei kann das Geld nicht zurückbringen. Doch trotzdem gilt der Rat: Anzeige erstatten! Auch wenn das Geld für immer weg ist, je mehr Anzeigen eingehen, desto grösser ist die Chance für die Polizei, dass sie die betrügerischen Gruppierungen zu sprengen vermag.
Sehr traurig sind die Fälle von «Romance Scam», wo den Betroffenen wahre Liebe vorgegaukelt wird und über längere Zeit den Opfern suggeriert wird, sie seien geliebt, gesehen und verstanden. Wenn dann die ersten Geldforderungen eintreffen, machen die Betroffenen mit, da sie den Betrug nicht erkennen oder ihn nicht wahrhaben wollen. Auch hier sind die Summen enorm und auf immer verloren. Oft ist es auch Geld, das für die Altersvorsorge gedacht war, das dann fehlt. Schlimmer als der materielle Schaden ist aber der emotionale Schaden und hier ist leider auch die Dunkelziffer sehr hoch, weil sich die Betroffenen schämen und sich nicht an die Polizei wenden.
Schockanrufe sind ein weiterer perfider Trick, um Personen Geld aus der Tasche zu ziehen: Sie erhalten einen Anruf, es sei ein Unfall im Ausland passiert, ein Familienmitglied sei Schuld und sitze in Haft und müsse mit einer Kaution freigekauft werden. Hier klärt Frau Abderhalden auf: die Polizei meldet sich in solchen Fällen niemals telefonisch. Wenn ein echter Notfall in einem anderen Land passiert, dann nimmt die Polizei von dort Kontakt zur Polizei in der Schweiz auf. Dort wird eine Patrouille zum Wohnort losgeschickt, die persönlich an der Haustür klingelt, sich ausweist und die Nachricht überbringt.
Auch über das Phänomen «falscher Polizist» wurde angesprochen. Im persönlichen Kontakt nach dem Ausweis fragen, bei Unsicherheit kann man auch telefonisch nachfragen, ob ein solcher Polizist bekannt ist. Die falschen Polizisten treten auch per Anruf auf. Im Zweifelsfall immer auflegen und «D Polizei redt nur Mundart»!
Last but not least ging es um Einbruch und Einschleichdiebstahl. Gerade in der Übergangs- und dunklen Jahreszeit häufen sich die Fälle und entlang der Autobahnen A1 und A3 sind auffällig mehr Einbrüche zu verzeichnen. Das habe mit den Fluchtwegen zu tun. Hier gilt der Rat: Fenster und Türen abschliessen, Storen und Fensterläden auch einmal schliessen und zum Beispiel Kellertüren verstärken. Und wir als Gesellschaft sind aufgerufen, achtsam zu bleiben und lieber einmal zu viel, die Nr. 117 zu wählen als zu wenig, wenn wir Auffälligkeiten in der Nachbarschaft bemerken.
Da die Polizistin kantonale Beispiele brachte, konnten die Teilnehmenden viel eher Bezug nehmen auf ihre Alltagssituationen, viele haben schon ähnliche Situationen erlebt. Im Anschluss an den Vortrag blieb darum auch Platz, um Fragen zu beantworten und sich über die eigenen Erfahrungen auszutauschen.
Freiwillige aus dem Kirchenzentrum S. Maria Königin Windisch und St. Nikolaus Brugg haben jeweils im Anschluss die Teilnehmenden mit Kaffee und Kuchen bewirtet, was auch sehr geschätzt wurde.
Allgemein fanden die Anwesenden die Veranstaltungen sehr wichtig und gut und wünschen sich weitere solche Anlässe. Anna Di Paolo sagt, sie werde im nächsten Jahr wieder einen Nachmittag zum Thema «Sicherheit im Alltag» durchführen. Wer diesbezüglich Ideen und Wünsche hat, kann sich gerne an sie wenden. (ADP)
Auskunft
Anna Di Paolo I Pfarreiseelsorgerin und Verantwortliche Seniorenarbeit